Portrait Ana Luisa Amaral
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2020, 2021.

Bibliographie

Minha senhora de quê

Fora do Texto

Coimbra, 1990

 

Coisas de partir

Fora do Texto

Coimbra, 1993

 

Epopeias

Fora do Texto

Coimbra, 1994

 

Às vezes o paraíso

Quetzal

Lissabon, 1998

 

Imagens

Campo das Letras

Lissabon, 2000

 

A génese do amor

Campo das Letras

Lissabon, 2005

 

Entre dois rios e outras noites

Campo das Letras

Lissabon, 2008

 

Vozes

Dom Quixote

Lissabon, 2011

 

Ara

Sextante

Rio de Janeiro, 2013

 

Escuro

Assírio & Alvim

Lissabon, 2014

 

E Todavia

Assírio & Alvim

Lissabon, 2015

 

Whatʼs in a Name

Assírio & Alvim

Lissabon, 2017

 

Ágora

Assírio & Alvim

Lissabon, 2020



Ana Luísa Amaral [ Portugal ]

Ana Luísa Amaral wurde 1956 in Lissabon geboren, wo sie Anglistik studierte und über Emily Dickinson promovierte. In Portugal und im Ausland erschienen zahlreiche wissenschaftliche Studien zur englischen und amerikanischen Lyrik, zur vergleichenden Poetik sowie feministische Studien. Sie ist Co-Autorin eines »Dictionary of Feminist Criticism« und zeichnet verantwortlich für die kommentierte Ausgabe der »New Portuguese Letters« (2010), zudem ist sie die Koordinatorin dieses internationalen Projekts. Außerdem lehrte sie Englische Literatur an der Universität von Porto.

Als Lyrikerin debütierte Amaral 1990 mit dem Gedichtband »Minha Senhora de Quê« (Ü: Die Herrin von Was). Der Titel der Sammlung nimmt Bezug auf den von Maria Teresa Horta 1971 veröffentlichten Band »Minha Senhora de Mim« (Ü: Die Herrin von Mir) und steht damit in der Tradition weiblicher, portugiesischsprachiger Lyrik. Amarals Gedichte stellen eine kritische Auseinandersetzung mit männlich dominierten literarischen Traditionen dar. Dabei greift sie häufig auf Archetypen biblischer oder altgriechischer Texte und Mythen zurück, die sie aus einer weiblichen Perspektive neu interpretiert. Mittlerweile hat Amaral siebzehn Gedichtbände veröffentlicht, außerdem Essays, Dramen, die an mehreren portugiesischen Theatern zur Aufführung kamen, sowie elf Kinderbücher. Mit »Ara« erschien 2013 Amarals erster Roman, der die gängige Genredefinition sowohl formal als auch narrativisch infrage stellt. »Ich bin keine Romancière. Wäre ich eine Romancière, würde ich mich in fiktive Namen aufsplitten – doch das kann ich nicht. Allein die Idee, eine Geschichte zu schreiben, macht mir Angst.« Dieser Beginn umreißt das poetische Programm des Werks, bei dessen Entstehungsprozess geschlechtsspezifische Grenzen narrativer Traditionen gesprengt werden. Im Rahmen dieser fragmentarischen, sich selbst infrage stellenden Struktur wird die Geschichte einer Liebe zwischen der Erzählerin und einer Frau geschildert, einer Liebe, die wegen anderweitiger Bindungen ebenfalls nur fragmentarisch gelebt werden kann, sodass ihre Unerfülltheit sich im narrativen Labyrinth spiegelt.

Amaral veröffentlichte außerdem Übersetzungen englischsprachiger Autor*innen wie William Shakespeare, Emily Dickinson und John Updike. Für ihr literarisches Werk wurde sie mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter mit dem wichtigsten Preis Portugals für Lyrik, dem Grande Prémio der Portugiesischen Schriftstellervereinigung (2008), dem Prize Reina Sofia for IberoAmerican Poetry 2021 und dem italienischen Preis Giuseppe Acerbi (2007). Ihre Gedichte erschienen in Übertragung in vielen Ländern Europas, den USA und Lateinamerikas. Die Autorin lebt bei Porto.