Hilmar Klute
© Jan Konitzki

Gast des ilb 2021.

Bibliographie

Winston oder Der Hund der mich fand
Verlag Antje Kunstmann
München, 2008


Wir Ausgebrannten
Vom neuen Trend, erschöpft zu sein
Diederichs
München, 2012


War einmal ein Bumerang
Das Leben des Joachim Ringelnatz
Galiani
Berlin, 2015


Was dann nachher so schön fliegt
Galiani
Berlin, 2018


Oberkampf
Galiani
Berlin, 2020

Hilmar Klute [ Deutschland ]

Hilmar Klute wurde 1967 in Bochum geboren und hat in Bochum und München studiert. Seit 2001 ist er Redakteur der »Süddeutschen Zeitung« und schreibt dort neben Reportagen, Essays und Porträts auch für das »Streiflicht«, eine beliebte Kolumne, die von wechselnden Autor*innen verfasst und seit 2010 von Klute redaktionell verantwortet wird.
Sein Debüt als Autor gab Klute mit »Winston oder Der Hund der mich fand« (2008), einem pointiert humorvollen, essayistischen Text über den Alltag mit einem zugelaufenen Hund. Die »Zeit« erkannte in dem »ungezogenen, unbekümmerten, sich alles einverleibenden« Vierbeiner eine »lebende Allegorie des Streiflichts«. Was Klute aber vor allem interessiert, sind die Neurosen der Hundeliebhaber*innen und der soziale Mikrokosmos Hundewiese. 2018 erschien Klutes erster Roman »Was dann nachher so schön fliegt«. Mitte der achtziger Jahre im Ruhrpott: Der Zivildienstleistende Volker Winterberg eifert seinem Vorbild, dem Dichter Nicolas Born, nach. Seine Gedichte, verfasst auf einer Reise nach Paris, verschaffen ihm eine Einladung zu einem Nachwuchsautor*innentreffen in Berlin. Dort lernt er nicht nur den Vorwende-Literaturbetrieb, sondern auch den jungen Dichterkollegen Thomas und Katja aus Jever kennen, der Winterberg näherkommt. Dabei blendet Klute zwischen Winterbergs tristem Alltag im Seniorenheim und den Tagen des poetischen Aufbruchs in West-Berlin hin und her. »Was dann nachher so schön fliegt« ist ein dichter und humorvoller Initiations- und Bildungsroman über die Verheißungen der Poesie, des Lebens und der Liebe und liefert ganz nebenbei einen Einblick in die deutsche Nachkriegsliteraturgeschichte. Klutes zweiter Roman »Oberkampf« (2020) erzählt von Jonas Becker, einem verträumten, nicht mehr ganz jungen und frisch getrennten Schriftsteller, der samt Verlagsvertrag von Berlin nach Paris zieht, wo er den gealterten und für ihn äußerst wichtigen Schriftsteller Richard Stein interviewen soll, um eine Biografie über ihn zu schreiben. Nebenbei durchlebt er prekäre Liebesbeziehungen, erfährt vom Tod eines Freundes und hält die Welt dabei, so gut es geht, auf Abstand, auch dann noch, als sie nach dem Anschlag auf die Pariser Redaktion von »Charlie Hebdo« aus den Fugen zu geraten droht. Klute beleuchtet das ambivalente Verhältnis seines Protagonisten zu den Anschlägen und zwingt ihn in der Folge mittels weiterer Schockerlebnisse, die auch Beckers Verhältnis zu Richard Stein berühren, existenziell in die Knie. »Aus Witz und Ekel komponiert Hilmar Klute, der scharfsinnige Beobachter intimster Innen- und öffentlichster Außenwelten, ein großes Kunstwerk über die Dämonen unseres Alltags: Beziehungsangst, Angst vorm Scheitern, die Gewalt einer Welt in Auflösung.« (NDR)
Hilmar Klute lebt in München und Berlin.