Leïla Slimani
© Catherine Hélie, Editions Gallimard

Gast des ilb 2021.

Bibliographie

Dann schlaf auch du
Luchterhand Literaturverlag
München, 2017
[Ü: Amelie Thoma]


Sex und Lügen
Gespräche mit Frauen aus der islamischen Welt
btb
München, 2018
[Ü: Amelie Thoma]


All das zu verlieren
Luchterhand
München, 2019
[Ü: Amelie Thoma]


Warum so viel Hass?
btb
München, 2019
[Ü: Amelie Thoma]


Das Land der Anderen
Luchterhand Literaturverlag
München, 2021
[Ü: Amelie Thoma]


Le Parfum des fleurs la nuit
Stock
Paris, 2021


Eine freie Frau
[III: Clément Oubrerie]
btb
München, 2022
[Ü: Amelie Thoma]

Leïla Slimani [ Frankreich, Marokko ]

Die Schriftstellerin und Journalistin Leïla Slimani wurde 1981 in Rabat geboren und wuchs in einer französischsprachigen Familie auf. Sie studierte Politikwissenschaften in Paris, danach arbeitete sie als Journalistin für die Zeitschrift »Jeune Afrique«. 2012 verließ sie die Redaktion, um sich dem literarischen Schreiben zu widmen.
Nachdem ihr erstes Manuskript 2013 von mehreren Verlagen abgelehnt worden war, absolvierte sie ein Praktikum im Studio des französischen Schriftstellers und Gallimard-Lektors Jean-Marie Laclavetine. Ihr Romandebüt »Dans le jardin de lʼogre« (2014; dt. »All das zu verlieren«, 2019) widmet sich dem Thema weiblicher Sexualität als Symbol für Emanzipation und den Ausbruch aus Konventionen und sorgte vor allem bei den Leserinnen in Marokko für Furore. Ihr zweiter Roman »Chanson Douce« (2016; dt. »Dann schlaf auch du«, 2017) gewann den Prix Goncourt. Slimani erzählt ihr »dunkles Märchen für Erwachsene« vom Ende her: Eine Kinderfrau, die von einem französischen Mittelklassepaar eingestellt wurde, hat die ihr anvertrauten Kinder getötet. Im Weiteren erforscht der Text die Genese dieser Katastrophe, die vor allem dem mangelnden Interesse der Arbeitgeber für die finanziellen und psychischen Nöte ihrer Hausangestellten geschuldet ist. Mit geschärftem Blick beschreibt Slimani die Lebenswirklichkeit der westlichen Mittelschicht, zeigt die Disparatheit verschiedener sozialer Klassen auf, die sich trotz diverser Berührungspunkte fremd bleiben, und gibt »einen detailreichen Eindruck des sozialen Unbehagens des heutigen Frankreichs« (»taz«). Slimanis jüngster Roman »Le Pays des autres« (2020; dt. »Das Land der Anderen«, 2021), erster Teil einer geplanten Trilogie, erzählt anhand einer Liebesgeschichte zwischen einem Araber und einer Französin am Ende des Zweiten Weltkriegs vom alltäglichen Rassismus der französischen Kolonialgesellschaft.
Bislang veröffentlichte Slimani auch zwei Graphic Novels, zuletzt »À mains nues« (2020; dt. »Eine freie Frau«, 2022), die Biografie von Suzanne Noël, einer Pionierin der plastischen Chirurgie, die nach dem Ersten Weltkrieg Gesichtsverletzungen von Männern korrigierte, Frauen mit Schönheitszwängen half und sich für deren Recht nach einer Umgestaltung ihres Äußeren einsetzte. In ihren Essays, erschienen in den Bänden »Sexe et Mensonges« (2017; dt. »Sex und Lügen«, 2018) und »Le diable est dans les détails« (2016; dt. »Warum so viel Hass?«, 2019) widmet sie sich vor allem den Themen Islam und Feminismus sowie dem weltweit zunehmenden Fanatismus. 2017 ernannte Emmanuel Macron sie zur persönlichen Beauftragten zur Pflege des französischen Sprachraums. Im selben Jahr wurde sie Officière de lʼordre des Arts et des Lettres. Leïla Slimani lebt in Paris.